Igelhaus bauen: Anleitung mit Maßen und Rattenschutz

Ein Igelhaus baust Du aus unbehandelten Brettern mit 20 Millimetern Stärke: ein Kasten von etwa 44 Zentimetern Breite, gut 30 Zentimetern Tiefe und rund 25 Zentimetern Höhe, eine Trennwand direkt hinter dem Eingang und ein lose aufgelegtes, beschwertes Dach. Der Eingang sollte nicht größer als etwa 10 mal 10 Zentimeter sein. Gegen Ratten helfen ein geschlossener Boden, der verwinkelte Zugang und vor allem eines: niemals Futter im Schlafhaus.

Das Ganze ist in einem Nachmittag erledigt und gelingt auch ohne viel Werkerfahrung. Die folgenden Maße orientieren sich an der Bauanleitung des BUND Naturschutz in Bayern, ergänzt um Hinweise von Igelschutz-Organisationen.

Braucht der Igel überhaupt ein Haus?

Ehrlich gesagt: nicht unbedingt. Das Igelzentrum Zürich weist darauf hin, dass Igel ihre Nester normalerweise selbst bauen, etwa unter Hecken, in Laub- oder Reisighaufen. Ein Igelhaus ist vor allem dort sinnvoll, wo solche Verstecke im Garten fehlen. Am besten kombinierst Du beides: ein Haus und in der Nähe eine ungestörte Ecke mit Laub und Zweigen. Jeder Igel braucht übrigens seinen eigenen Schlafplatz, mehrere Häuser schaden also nicht.

Material und Werkzeug

Material:

Holzbretter und Werkzeug für den Bau eines Igelhauses
Foto: A S M Jobaer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
  • unbehandelte Bretter aus Massivholz, 20 Millimeter stark
  • zwei Holzleisten, 43 × 2 × 2 Zentimeter
  • Dachpappe, 56 × 38 Zentimeter
  • Holzschrauben und Nägel
  • optional ein zusätzliches Bodenbrett für den Rattenschutz

Werkzeug:

  • Stichsäge
  • Akkuschrauber und Holzbohrer
  • Schleifpapier der Körnung 80 bis 150
  • Zollstock und Bleistift

Verzichte auf Lack, Lasur und chemische Holzschutzmittel. Die Dämpfe und Rückstände bekommen dem empfindlichen Igelnäschen nicht. Wer das Holz außen schützen möchte, nimmt reines Leinöl.

Die Maße im Überblick

TeilAnzahlMaß in Millimetern
Vorderseite mit Eingang1440 × 260
Rückseite1440 × 240
Seitenwand, vorne höher als hinten2300 × 260 bzw. 240
Trennwand mit Durchgang1260 × 215
Dach1560 × 380
Holzleisten2430 × 20 × 20

Weil die Seitenwände vorne 26 und hinten 24 Zentimeter hoch sind, bekommt das Dach ein leichtes Gefälle nach hinten. So läuft Regenwasser vom Eingang weg. Das Dach ist mit 56 mal 38 Zentimetern bewusst größer als der Kasten und steht ringsum über.

Schritt für Schritt zum Igelhaus

  1. Zuschneiden: Säge alle Teile nach der Tabelle zu.
  2. Öffnungen aussägen: In die Vorderseite kommt der Eingang, etwa 10 × 10 Zentimeter, seitlich versetzt. In die Trennwand sägst Du einen Durchgang in ähnlicher Größe, und zwar am hinteren Ende.
  3. Kanten glätten: Schleife alle Schnittkanten rund, vor allem an den Öffnungen. So verletzt sich der Igel beim Hineinkriechen nicht.
  4. Wände verschrauben: Bohre die Löcher vor und schraube die Seitenwände so an die Rückwand, dass die höhere Seite nach vorne zeigt. Dann setzt Du die Vorderseite an.
  5. Trennwand einsetzen: Befestige sie direkt neben dem Eingang, parallel zur Seitenwand, mit dem Durchgang nach hinten. So entsteht ein Gang, und der eigentliche Schlafraum liegt geschützt im Inneren.
  6. Dach vorbereiten: Nagle die beiden Leisten so an die Unterseite des Dachs, dass sie innen an den Wänden anliegen und das Dach nicht verrutschen kann. Wer mag, deckt die Oberseite mit Dachpappe ab.
  7. Dach auflegen: Lege es lose auf und beschwere es mit einem großen Stein. So kannst Du das Haus im Frühjahr zum Reinigen öffnen.

Rattenschutz: worauf es ankommt

Ratten suchen in Gärten vor allem nach Futter und trockenen Verstecken. Ein Igelhaus kann beides bieten, wenn es ungünstig gebaut oder genutzt wird. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, aber diese Punkte machen das Haus deutlich unattraktiver:

  • Kein Futter ins Schlafhaus: Darauf weist der BUND Naturschutz ausdrücklich hin. Futterreste locken Ratten, Mäuse und Katzen an. Wer füttert, nutzt dafür ein separates Futterhaus.
  • Kleiner Eingang: Bleib bei höchstens etwa 10 mal 10 Zentimetern. Igelschutzvereine empfehlen teils sogar etwas weniger.
  • Verwinkelter Zugang: Der Gang hinter der Trennwand erschwert nicht nur Fuchs, Hund und Katze den Zugriff. Laut Igelzentrum funktioniert ein solcher Labyrinth-Eingang allerdings nur, wenn das Haus einen geschlossenen Boden hat.
  • Geschlossener Boden: Die BUND-Anleitung sieht ein Haus ohne Boden vor. Wo Ratten unterwegs sind, schraubst Du besser ein zusätzliches Bodenbrett ein, damit sich niemand von unten hineingräbt.
  • Pendelklappe als Extra: Vor allem bei Futterhäusern bewährt sich eine leichte Klappe vor dem Eingang, die in beide Richtungen frei schwingt. Sie muss so leichtgängig sein, dass ein Igel sie problemlos mit der Nase aufdrückt, und darf unten nicht schleifen.

Der richtige Standort

  • ruhig, schattig und trocken, etwa unter einer Hecke oder unter Sträuchern
  • Eingang auf die wetterabgewandte Seite, frei zugänglich
  • abseits von Wegen, Spielbereichen und Kompost, der häufig umgesetzt wird
  • auf einem trockenen Untergrund

Für einen trockenen Untergrund empfiehlt der BUND Naturschutz, die Humusschicht abzutragen und durch ein Sand-Kies-Gemisch zu ersetzen. Darauf legst Du Bretter oder flache Steine, damit Luft unter das Haus kommt. Zum Schluss bedeckst Du das Haus außen großzügig mit Laub und Reisig. Je natürlicher es aussieht, desto eher wird es angenommen.

Womit Du das Igelhaus füllst

Die Fachleute sind sich hier nicht ganz einig. Der BUND Naturschutz empfiehlt trockenes Laub oder Stroh. Das Igelzentrum Zürich rät zu langem Stroh und warnt vor Heu, das leicht schimmelt. Ein guter Mittelweg: Lege eine Handvoll trockenes Stroh oder Laub hinein und biete draußen weiteres Laub an. Den Rest trägt sich der Igel nach eigenem Geschmack zusammen.

Pflege übers Jahr

Ist der Igel einmal eingezogen, bleibt das Haus von Herbst bis Frühjahr tabu. Jede Störung während des Winterschlafs kostet ihn wertvolle Energie. Erst wenn er im späten Frühjahr endgültig ausgezogen ist, öffnest Du das Dach, entfernst das alte Nistmaterial und lässt das Haus gut austrocknen. Im Herbst füllst Du es neu.

Fragen zum Igelhaus

Wann ist die beste Zeit, ein Igelhaus aufzustellen?

Im Spätsommer oder frühen Herbst. Dann suchen Igel nach Plätzen für den Winterschlaf, und das Haus hat Zeit, Gerüche anzunehmen und sich in die Umgebung einzufügen.

Was tun, wenn das Haus leer bleibt?

Geduld haben. Nicht jedes Haus wird gleich in der ersten Saison bezogen. Prüfe, ob der Standort ruhig und trocken genug ist und ob der Garten für Igel überhaupt zugänglich ist, etwa durch eine Lücke im Zaun.

Darf ich nachschauen, ob ein Igel eingezogen ist?

Lieber nicht. Ein Blatt oder Stöckchen, das Du vor den Eingang legst, verrät auch ohne Öffnen, ob jemand ein und aus geht.

Nach oben scrollen