Laubhaufen in einer Gartenecke als Winterquartier für Igel und Insekten

Laub liegen lassen: warum Laubhaufen Tieren im Winter helfen

Laub liegen zu lassen ist eine der einfachsten Maßnahmen für einen lebendigen Garten. Unter einer Laubschicht überwintern Insekten, Spinnen und Amphibien, Igel bauen sich darin ihr Winternest, und Amseln finden zwischen den Blättern Futter. Gleichzeitig schützt das Laub den Boden vor Frost und wird im Lauf des Jahres zu wertvollem Humus.

Jedes Jahr im Oktober und November beginnt in vielen Gärten das große Aufräumen. Dabei ist Herbstlaub kein Abfall, sondern ein Rohstoff, mit dem die Natur seit jeher arbeitet. Du musst nicht gleich den ganzen Garten unter Blättern verschwinden lassen. Es reicht, an den richtigen Stellen etwas mehr Gelassenheit zu zeigen.

Wer im Laub überwintert

Eine ungestörte Laubschicht ist im Winter dicht besiedelt. Zu den Bewohnern gehören:

  • Igel: Sie suchen ab dem Spätherbst trockene, geschützte Plätze für ihren Winterschlaf und polstern ihre Nester mit Blättern aus.
  • Insekten und ihre Larven: Käfer, Raupen und die Puppen vieler Schmetterlinge überdauern hier die kalte Zeit.
  • Spinnen, Asseln und Tausendfüßer: Sie zersetzen das Laub und sind selbst Nahrung für andere Tiere.
  • Amphibien: Erdkröte und Molche verkriechen sich gern unter Laub und Reisig.
  • Regenwürmer: Sie ziehen die Blätter nach und nach in den Boden und lockern ihn dabei.

Für Vögel ist das ein gedeckter Tisch. Beobachte einmal eine Amsel, die mit dem Schnabel Blatt für Blatt beiseiteschleudert. Sie sucht genau nach diesen Kleintieren. Auch Zaunkönig und Rotkehlchen profitieren davon.

Wo Laub liegen bleiben darf und wo nicht

Stelle im GartenEmpfehlungWarum
Unter Hecken und Sträuchernliegen lassennatürlicher Lebensraum, schützt die Wurzeln
Auf Gemüse- und Staudenbeetenals dünne Mulchschicht verteilenhält den Boden feucht und schützt vor Frost
Rasenflächenzusammenrecheneine dicke Schicht nimmt dem Gras Licht
Wege, Treppen, Terrasseentfernennasses Laub wird rutschig
Gartenteichregelmäßig abfischenLaub fault im Wasser und belastet es

Was Du von Rasen und Wegen rechst, landet am besten nicht in der Biotonne, sondern unter einem Strauch oder in einem Laubhaufen.

Igel sucht im Herbst zwischen trockenem Laub nach einem Schlafplatz
Foto: Mikepaul, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

So legst Du einen Laubhaufen an

Ein Laubhaufen ist in einer halben Stunde fertig und hält den ganzen Winter.

  1. Platz wählen: Eine ruhige, eher schattige Ecke, in der Du bis zum Frühjahr nichts umgraben musst.
  2. Gerüst bauen: Leg einige Äste und Zweige kreuzweise aus. Sie geben dem Haufen Halt und schaffen Hohlräume.
  3. Laub aufschichten: Häufe die Blätter locker darauf, gern bis Kniehöhe oder höher.
  4. Abdecken: Weitere Zweige oder Reisig obenauf verhindern, dass der Wind alles verweht.
  5. In Ruhe lassen: Bis zum Frühjahr wird der Haufen nicht mehr angerührt. Ein Igel darin darf auf keinen Fall gestört werden.

Mischst Du Laub, Reisig und etwas Totholz, entsteht ein kleines „Tierhotel“, das auch im nächsten Jahr noch bewohnt wird.

Laub als Mulch im Beet

Auch zwischen Stauden und auf abgeernteten Gemüsebeeten ist Herbstlaub ein Gewinn. Eine Schicht von wenigen Zentimetern schützt den Boden vor Frost, Austrocknung und Verschlämmung. Bodenlebewesen ziehen die Blätter bis zum Frühjahr nach und nach ein, und es entsteht lockerer, nährstoffreicher Humus. Im Frühjahr ziehst Du die Reste einfach zur Seite, damit sich die Erde für die Aussaat schneller erwärmt.

Rechen statt Laubbläser

Laubbläser und Laubsauger sind für Kleintiere fatal. Der NABU Hessen beziffert die Luftgeschwindigkeit solcher Geräte auf bis zu 160 Kilometer pro Stunde. Käfer, Spinnen und kleine Amphibien werden mitgerissen, eingesaugt und bei Geräten mit Häckselfunktion zerkleinert. Dazu kommen Lärm und, bei Benzinmotoren, Abgase. Mit Rechen und Besen arbeitest Du leiser, schonender und hast ganz nebenbei etwas Bewegung an der frischen Luft.

Ein gedeckter Tisch für Gartenvögel

Unter einer Laubschicht bleibt der Boden länger feucht und locker. Dort leben Regenwürmer, Asseln und Käferlarven, und genau die suchen Amseln, Rotkehlchen und Zaunkönige im Winterhalbjahr. Beobachte einmal eine Amsel, die mit dem Schnabel Blätter zur Seite wirft: Sie stöbert nach Nahrung. Ein Garten mit Laub unter Hecken bietet den Vögeln also auch dann noch etwas, wenn die Beeren abgeerntet sind.

Am meisten haben die Tiere davon, wenn Laub, Hecken und Stauden zusammenspielen. Bleiben verblühte Pflanzen über den Winter stehen, finden Vögel zusätzlich Samen, und Insekten überwintern in den hohlen Stängeln.

Häufige Fragen zum Herbstlaub

Schadet liegendes Laub dem Rasen?

Eine dicke, nasse Schicht über Wochen kann den Rasen schwächen. Einzelne Blätter sind dagegen kein Problem. Reche das Laub vom Rasen deshalb unter die nächsten Sträucher.

Eignet sich jedes Laub für Beete?

Die meisten Blätter zersetzen sich gut. Laub von Eiche oder Walnuss verrottet langsamer und wird am besten mit anderem Laub gemischt.

Wann darf ich den Laubhaufen im Frühjahr auflösen?

Warte, bis es dauerhaft mild ist und die Igel ihren Winterschlaf beendet haben, meist erst ab April. Danach kannst Du das halb verrottete Laub als Mulch verteilen.

Was ist mit Laub von kranken Pflanzen?

Blätter mit deutlichem Pilzbefall, etwa vom Apfelschorf, gehören besser nicht unter die Sträucher. Gib sie in die Biotonne.

Titelbild: Foto: Jeuwre, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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