Einen Fledermauskasten hängst Du am besten in mindestens drei, besser vier bis fünf Metern Höhe auf, mit freiem Anflug und ohne Äste, Büsche oder Dachvorsprünge direkt davor oder darunter. Bevorzugt werden Südost-, Süd- und Südwestseiten, geschützt vor Wind und ohne Lampen in der Nähe. Ideal sind mehrere Kästen an verschiedenen Seiten, damit die Tiere je nach Temperatur wechseln können.
Fledermäuse haben es in unseren Siedlungen schwer, weil Spalten an Dächern und Fassaden bei Sanierungen oft verschwinden. Ein Kasten kann hier ein Ersatzquartier bieten. Diese Anleitung zeigt Dir, welcher Typ wohin passt und wie Du ihn richtig anbringst.
Welche Modelle gibt es?
| Modell | Typischer Ort | Besonderheit |
|---|---|---|
| Flachkasten | Hauswand, Schuppen, Garage | schmaler Spalt, unten offen, reinigt sich selbst |
| Rundkasten oder Höhlenkasten | Baumstamm | ersetzt Baumhöhlen, muss teils gereinigt werden |
| Fassadenstein zum Einbau | in Mauerwerk oder Dämmung | fällt kaum auf, gut bei Neubau oder Sanierung |
| Ganzjahres- oder Winterkasten | Gebäude, große Bäume | dickwandiger, für Gruppen und kalte Zeiten |
Holz oder Holzbeton?
Beide Materialien sind innen aufgeraut, damit sich die Tiere festkrallen können. Der NABU Hamburg beschreibt Kästen aus Holzbeton als deutlich langlebiger als einfache Holzkästen. Holzkästen halten länger mit einer Abdeckung aus Dachpappe. Holzschutzmittel sind tabu, denn die Tiere hängen direkt am Material.
Die richtige Höhe
Fledermäuse starten, indem sie sich fallen lassen. Sie brauchen unter dem Kasten deshalb freien Raum. Die Empfehlungen der Fachleute:

- Der NABU Hamburg nennt mindestens drei Meter.
- Der Landesfachausschuss Fledermausschutz NRW empfiehlt drei bis fünf Meter und mehr.
- Das BUND-Fledermauszentrum Hannover rät zu mindestens vier Metern und, wo das nicht geht, so hoch wie möglich.
Höher ist also besser, solange Du den Kasten mit einer Leiter noch sicher erreichst. Gleichzeitig darf keine Katze und kein Marder hinaufkommen.
Der passende Standort
Himmelsrichtung
Fledermäuse lieben Wärme. Der Fachausschuss NRW nennt Südost, Süd und Südwest als bevorzugte Ausrichtung, Ost und West seien ebenfalls möglich. Eine Nordseite muss nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, denn bei Sommerhitze kann ein kühler Hangplatz lebenswichtig sein. Am besten bietest Du mehrere Kästen in verschiedenen Richtungen an.
Freier Anflug
Vor dem Einschlupf dürfen keine Zweige hängen. Darunter sollten weder Büsche noch ein Carport oder ein Vordach liegen, von dem aus Katzen ausfliegende Tiere erbeuten könnten.
Ruhe, Dunkelheit und Windschutz
- Kein Licht: Fledermäuse meiden Beleuchtung. Weder Außenlampe noch Bewegungsmelder sollten auf den Kasten strahlen.
- Windgeschützt: Zugluft wird gemieden. Der Kasten muss so fest sitzen, dass er nicht wackelt.
- Ruhiger Platz: Eine wenig genutzte Hausseite ist ideal.
- Ecken bevorzugt: Nach Beobachtung des Fachausschusses NRW sind Gebäudeecken attraktiver als die Mitte einer Fassade.
Wo der Kasten nicht hingehört
Hänge ihn nicht über Fenster, Balkone, Hauseingänge oder Sitzplätze. Aus selbstreinigenden Kästen fällt der Kot nach unten. Er ist trocken und lässt sich leicht wegkehren, auf der Terrasse stört er trotzdem.
Kasten am Baum oder am Haus?
Am Haus ist die Montage meist einfacher, die Höhe gut erreichbar und das Mikroklima wärmer. Rundkästen am Baum ergänzen das Angebot, vor allem in Gärten mit älteren Bäumen. Achte am Baum darauf, dass der Kasten oberhalb der unteren Äste und mit freiem Anflug hängt und die Befestigung den Stamm nicht einschnürt. Spezielle Baumbügel oder Aluminiumnägel gelten als baumschonender als Draht.
So bringst Du den Kasten an
- Wähle eine Wand oder einen Baum, an dem Du sicher mit einer Leiter arbeiten kannst. Arbeite in der Höhe nie allein.
- Prüfe, ob unter dem Kasten genug Raum zum Fallenlassen und Abfliegen bleibt.
- Befestige ihn mit den vorgesehenen Schrauben, Dübeln oder Bügeln so, dass er auch bei Sturm nicht wackelt.
- Montiere ihn so, dass Du von unten einen Blick in den Spalt werfen kannst. So kannst Du später kontrollieren, ob er bewohnt ist.
Kontrolle und Reinigung
Flachkästen mit offenem Boden reinigen sich in der Regel selbst. Rundkästen müssen dagegen gelegentlich gesäubert werden. Das BUND-Fledermauszentrum Hannover empfiehlt dafür April und September, damit Du weder Winterschlaf noch Jungenaufzucht störst. Verwende dabei keine Reinigungsmittel.
Kontrollen sollten selten und kurz sein, etwa mit einer Taschenlampe am Tag. Alle heimischen Fledermausarten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Bewohnte Kästen solltest Du deshalb nicht öffnen oder abnehmen. Bei Fragen hilft eine regionale Fledermausschutzgruppe weiter.
Fragen zum Fledermauskasten
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Aufhängen?
Im Grunde jederzeit. Viele hängen Kästen im Winter oder zeitigen Frühjahr auf, damit sie vor der Saison bereit sind.
Wie lange dauert es, bis Fledermäuse einziehen?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche Kästen werden schnell entdeckt, bei anderen kann es mehrere Jahre dauern. Mehrere Kästen und ein insektenreicher Garten erhöhen die Chancen.
Woran erkenne ich, dass der Kasten bewohnt ist?
An kleinen, trockenen Kotkrümeln unter dem Kasten. Zerreibst Du einen davon mit Handschuh, zerfällt er zu Pulver, anders als Mäusekot. Abends kannst Du in der Dämmerung auch den Ausflug beobachten.
Titelbild: Foto: Chris Beaver, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
